Eine Russischstunde mit einer Spitzensportlerin


Alle sitzen gespannt auf ihren Plätzen, als die Europa- und Weltmeisterin sowie Olympiadritte den Raum betritt. Zunächst wird von einem Sportreporter ein Foto für die "Dresdner Morgenpost" zusammen mit den Schülern und Schülerinnen aufgenommen, dann begrüßen alle Darja Domratschewa mit "здравствуйте".

Fürs Erste dürfen wir Fragen stellen, wobei wir sie mit Du anreden können. So erfahren wir, dass sie in Minsk wohnt und nun schon im zweiten Jahr Tourismusmanagement studiert. Zuletzt zu Hause war sie vor sechs Wochen, da sie jetzt schon für die Wintersaison trainiert. Ihre Familie versteht das und unterstützt sie, da Darja bereits mit sechs Jahren Biathlon angefangen hat. Weil sie zweimal täglich trainiert und nur einen trainingsfreien Tag pro Woche hat, bleibt nicht viel Freizeit. In dieser beschäftigt sich Darja vor allem mit Biathlon, probiert neue Sportarten wie Snowboardfahren aus oder geht - wie jedes Mädchen - gern shoppen.

Weil sie als Biathletin viel von der Welt sieht, fragen wir auch, welches Land ihr am besten gefällt. Sie sagt, es gibt sehr viele schöne Länder mit schönen Landschaften, aber Italiens Landschaft gefällt ihr am meisten. Hier in Deutschland gefallen ihr vor allem die vielen Fans und - vor allem an Altenberg - die Nähe der Trainingsmöglichkeiten zueinander. Und obwohl die Möglichleiten nah beieinander sind, lässt ihr Trainer sie ungefähr die Hälfte des Trainings Unihockey spielen, als Vorbereitung auf den Winter. Als sie daraufhin gefragt wird, ob ihr Trainer streng sei, lächelt sie. Ja, er wäre streng, hätte aber auch viel Humor und das Herz am rechten Fleck. Doch es ist wichtig, dass der Trainer genau so ist, damit sie ihre Konkurrentinnen schlagen und gute Ergebnisse bringen kann. Denn nur wenn sie auch gute Leistungen bringt, wird sie von ihrem Land gefördert.

Dann möchte Darja auch etwas über uns erfahren, z. B. wie viele Russischstunden wir pro Woche haben, welche russischen Städte wir kennen oder was wir nach der Schule machen möchten. Außerdem fragt sie uns nach unseren Hobbys. Ein Mädchen antwortete, dass sie gerne Rad fährt, woraufhin Darja sagt, dass sie am Nachmittag Radtraining habe und das Mädchen gerne mitfahren könnte. Zum Schluss interessiert sie sich noch, welche Vorbilder die Biathleten unter uns Schülern haben, woraufhin der Trainer gleich scherzhaft sagt, dass die Schüler jetzt ja nichts Falsches antworten sollen.

Zum Schluss schenkt sie jedem von uns persönlich eine Autogrammkarte und viele von uns wollen noch ein gemeinsames Foto mit ihr. Geduldig lächelt sie in alle Kameras. Schnell war die Stunde um, in der wir mit einer Spitzensportlerin reden konnten. Und so mussten wir sie leider verabschieden, obwohl wir noch so viele Fragen hatten. Wir wünschten Darja noch alles Gute und jeder gab ihr eine selbst gebastelte Karte mit Glückwünschen. Dann war das einmalige Erlebnis auch leider schon vorbei. Vielleicht besucht sie uns im nächsten Jahr wieder?! Sie und wir alle würden uns riesig freuen!
[Fotogalerie]

Tom Richter, 11/1

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